Passenderweise beim Einkauf von Weihnachtsgeschenken bin ich im Dezember über das Buch «Befreiung vom Überfluss» gestolpert. In der etwas ruhigeren Zeit über den Jahreswechsel hatte ich die Musse, darin zu lesen. Das Thema scheint zu beschäftigen. Nachdem ich auf Twitter und Facebook auf das Buch hingewiesen habe, möchten es gleich mehrere Personen ausleihen. «Sharing is caring» – weitere Interessenten können sich gerne via Kommentar eintragen.

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Das Buch beschäftigt sich mit der Überflussgesellschaft und zeigt eindrücklich die aktuelle Wachstumsabhängigkeit auf. Der Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Wachstum und Umweltzerstörung war mir klar. Auch, dass viele Menschen über ihre Verhältnisse leben und der materielle Wohlstand zu einer schlussendlich bedenklichen Masslosigkeit führen kann. Mit dem aktuellen Verhalten wird in meinen Augen ein System gefüttert, welches in dieser komplexen Form nicht gut für uns ist. Der Autor zeigt aus seiner Sicht mögliche neue Wege auf. Seine Ansätze von Konsumverzicht und Selbstversorung finde ich spannend. Und ich bemühe mich, nicht gleich mit Argumenten wie «das ist doch gar nicht umsetzbar» abzuwinken.

Offenheit für ein Thema ist oftmals der erste Schritt zur Veränderung.

Im Zusammenhang mit dieser Thematik habe ich meinen «Footprint» auf der WWF-Website ausgerechnet. Ich wusste, dass ich in verschiedenen Bereichen meines Lebens über dem durchschnittlichen Verbrauch liege, bei anderen Themen jedoch bereits mit einem guten Bewusstsein unterwegs bin. Viele Menschen haben in vielen Lebensbereichen keine grosse Wahl – sei es aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen. Bei mir selber sehe ich viel Potential – da liegt absolut was drin. Aber was – und wo fange ich an?

footprint_3Bild: www.wwf.ch

In blinden Aktionismus verfalle ich nun bestimmt nicht. Ich verteufle auch nicht unsere aktuelle Situation oder kritisiere andere Menschen für ihre Lebensweise. Ich fange natürlich erst einmal bei mir selber an und frage mich, ob und wo ich mein Verhalten ändern kann. Und ob ich wirklich bereit bin, es zu ändern. Welche Einschränkungen bin ich überhaupt bereit in Kauf zu nehmen – und sind das wirklich Einschränkungen? Was ist Gewohnheit und was ist wirklicher Bedarf?  Löst sich eine vermeintliche Einschränkung durch Umdenken gar auf und ist schlussendlich gar nicht so «schlimm»? Wozu tragen diese Veränderungen etwas bei? Hilft mein Beitrag überhaupt? Wie bekommt man immer mehr Menschen zum mitmachen? Welches ist überhaupt der richtige Weg? Beruhige ich mit meinen persönlichen Massnahmen gar nur mein Gewissen? Welches Tempo ist das richtige? Und schlussendlich: Welche Veränderungen sind authentisch? Denn das ist für mich ein Garant, dass die Veränderungen erfolgreich und nachhaltig sind.

Es gibt zu diesem Thema abertausende Meinungen und Ansichten und wohl ebensoviele Wege. Ich weiss noch nicht, welchen Pfad ich persönlich wann und wie beschreiten werde. Für mich steht aber fest, dass nachhaltige Veränderung bei uns selber anfängt. Im Kleinen. Und ich bin auch davon überzeugt, dass es ohne kollektives Umdenken nicht funktionieren wird.