Da bin ich wieder. Sitze auf dem Balkon an der Sonne und schreibe. Wie schön. Nicht, dass ich nicht geschrieben hätte, die letzten Monate. Ich habe mich einfach etwas kürzer gehalten – und twitterte mich durch die Tage. Irgendwie muss ja schliesslich zumindest ein Bruchteil meiner kreativirrwitzigen Gedankenabfälle seinen Weg aus meinem Gehirn finden. Gehirnmasturbation, quasi. Der Stau muss weg. Dafür ist Twitter wirklich prima geeignet.

Social Media-Nutzung gehört für mich zum Alltag. Eingestiegen bin ich bei Facebook. Vor gefühlten tausend Jahren. Der Reiz des Neuen war stark und ich tummelte mich nächtelang im Buch der Gesichter. Kein Zustand. Darum unterzog ich mich einem knallharten Facebook-Entzug, dokumentierte meine Leiden selbstverständlich per Blog www.verzicht.wordpress.com, löschte alle meine Freunde und schlussendlich mein Profil. So einfach ist das.

Ungefähr ein Jahr danach stieg ich wieder ein. Selektiv, nur mit Statusmeldungen. Ich like äusserst selektiv und sparsam, ich werde kein Fan von irgendwas, ich stelle keine Fotos hinein, ich spiele keine Spiele, beantworte keine Quizfragen und ich sende nimandem irgendwelche Cyberknuffelkuscheltierchen. Nada. (Regel-)Mässige Statusmeldungen und ab und an ein Lebenszeichen mittels mitteldoofer Kommentare. Das muss reichen.

Ihr erahnt es, ich finde Facebook zwar ganz nett – aber Twitter, Damen und Herren, Twitter liegt mir einfach mehr. 140 Zeichen zum Glück. Da ist immer was los. You never write alone. Bei Twitter muss ich nichts und darf doch vieles. Da bin ich der Häuptling. Vielleicht gefällts mir drum. Ich schreibe und wer es nicht lesen will, lässt es eben bleiben. So geht das. Hier und dort.

Was aber gar nicht geht, wirklich gar nicht: Den gleichen Text bei Facebook und Twitter posten. Das kann man technisch sogar so einrichten. Hört mal, wie einfallslos ist das denn? Facebooker sind nicht Twitterer und umgekehrt. Wo bleibt denn da die zielgruppengerechte Bedienung? Das sind zwei paar Schuhe, nicht wahr? Eben!

Gedanken werden unter Jubel freigelassen. Bedenken landen dort, wo der Pfeffer wächst. Der Rest passiert einfach: Frau W. auf Twitter